DDR4 & DDR5 RAM-Knappheit 2025/2026: Preise, Ursachen und Ausblick für die Schweiz

DDR4- und DDR5-Preise sind 2025 explodiert – in der Schweiz sogar spürbarer als andernorts. Wir zeigen, warum Arbeitsspeicher so teuer wurde, woher die Knappheit kommt und was sie für Upgrades 2026 bedeutet.

RAM-Module auf einem Mainboard mit Preisschild
DDR5-Module im Fokus: 2025/2026 steigt der Preis schneller als die Taktfrequenz.

Preisschock 2025: Wie sich die Kosten innerhalb weniger Monate verdoppelten

Die Preiskurve für Arbeitsspeicher verlief nicht linear, sondern in Wellen – und in extrem kurzen Zyklen. Zwischen Spätsommer und Jahresende 2025 verteuerten sich viele Kits im Wochentakt. Ein 32-GB-DDR5-Kit stieg von rund CHF 120 im Juli auf über CHF 200 im Oktober. High-End-Kits traf es noch härter: DDR5-5600 mit 64 GB kletterte zwischen Mai und Dezember von knapp CHF 170 auf bis zu CHF 700.

Selbst DDR4, lange Zeit die Budget-Option, war zeitweise teurer als DDR5. DDR4-3200-32-GB-Kits sprangen von CHF 45–50 im Frühjahr auf über CHF 120 gegen Jahresende. Midrange-DDR5 mit 6000 MHz verdoppelte sich binnen weniger Wochen von rund CHF 90 auf deutlich über CHF 180.

Aktuelle RAM-Preise (Digitec): DDR4 vs. DDR5

Exemplarische Preise (08.12.2025) für 2-Riegel-Kits bei Digitec in 16, 32 und 64 GB. Die Punkte zeigen Leistungsstufen wie 3200, 5600 oder 6000 MHz.

Wieso RAM knapp wurde: Die drei wichtigsten Ursachen

1. KI-Rechenzentren ziehen den Markt leer

Der KI-Boom saugt Kapazitäten ab. Hyperscaler investieren in HBM und Server-RAM, weil dort die Margen höher sind als bei Consumer-DDR5. Hersteller priorisieren daher Data-Center-Wafer und liefern den Retail-Markt zuletzt aus – OEMs zahlen schlicht mehr. Ergebnis: Weniger Waferkapazität für klassische DIMMs, längere Lieferzeiten für den Handel.

Verteilung der DRAM-Produktion: Server/KI vs. Consumer (2023–2025)

Anteile basieren 2023/2024 auf veröffentlichten Marktstudien (TrendForce, PatentPC); 2025 ist eine Schätzung aus dem starken AI-/HBM-Wachstum. Die Werte sind absichtlich nicht gestapelt, damit die Sprünge zwischen den Jahren sichtbar bleiben.

2. Das Ende von DDR4 verzerrt die Preise

Ab 2024 reduzierten die großen Hersteller ihre DDR4-Linien massiv, um DDR5 und HBM zu priorisieren. Die sinkende Stückzahl machte DDR4 plötzlich zum Nischenprodukt – mit paradoxem Effekt: In mehreren Monaten war DDR4 teurer als DDR5. Was früher die günstige Standardwahl war, kostet jetzt Premiumaufschlag.

3. Schrumpfende Lager und Panikkäufe

Nach der Überproduktion 2022 fuhren Hersteller ihre Lager herunter. Ende 2025 waren global teils nur noch 3–8 Wochen Bestände vorhanden. Als Engpässe sichtbar wurden, kauften OEMs und Händler aggressiv nach, sogar über Spotmärkte. In Europa und Asien änderten sich Preise täglich, Angebote waren stundenweise gültig. In der Schweiz verlängerten sich Lieferzeiten, und einige Händler rationierten den Verkauf pro Kunde.

Die Folgen: Höhere Preise, schlechtere Verfügbarkeit, verschobene Produkte

Für Endkund:innen bedeutet die Krise: schnelle DDR5-Kits verteuern sich überproportional, verfügbare Lager sind rar, Nachbestellungen kommen später und teurer. Einige Hersteller verschieben neue Produktlinien ins Jahr 2026, weil ihnen passende Chips fehlen. Business- und Gaming-Systeme zahlen den Aufpreis zuerst, da OEMs höhere Stückzahlen blocken.

„Retail rutscht ans Ende der Versorgungskette – wer sofort liefern kann, diktiert den Preis.“

Prognose 2026: Wird RAM wieder günstig?

Eine echte Entspannung erwarten Marktbeobachter frühestens ab Mitte 2026. Q4 2025 brachte bereits saftige Aufschläge, Q1 2026 dürfte nachziehen. Manche Analysen rechnen pro Quartal mit weiteren zweistelligen Preissteigerungen. Optimistischere Stimmen sehen eine Abkühlung ab 2027, wenn neue Fertigungslinien anlaufen oder der KI-Boom etwas nachlässt.

Was bedeutet das für die Schweiz – und für Upgrades 2026?

Schweizer Distributoren berichten von höheren Einkaufspreisen und knappen Lagern. Wer aufrüsten muss, sollte Lieferbarkeit priorisieren und Preisalarme setzen. Für DDR4-Systeme lohnt sich ein Plattformwechsel oft mehr als ein teures 2026er-Upgrade. DDR5 bleibt die Zukunft, aber auch hier gilt: kurz verfügbare Deals nutzen, statt auf fallende Preise zu hoffen.

  • Kurzfristig kaufen: Verfügbarkeit checken, sofort lieferbare Kits bevorzugen.
  • Plattformwechsel abwägen: DDR4 wird zum teuren Nischenprodukt, DDR5 bietet mehr Zukunftssicherheit.
  • Business & Gaming: Budget für 2026er-Builds höher ansetzen, da RAM ein größerer Kostenblock bleibt.

Fazit: Die RAM-Krise ist noch nicht vorbei

KI-Investitionen, umgeschichtete Produktionskapazitäten und geringe Lagerbestände halten den Markt fest im Griff. Für die Schweiz bedeutet das anhaltend hohe Preise und knappe Bestände. Eine nachhaltige Erholung ist frühestens 2027 realistisch – sobald neue Fabriken liefern oder die Nachfrage sinkt. Bis dahin bleibt Arbeitsspeicher ein teurer Faktor bei PC- und Server-Upgrades.

Quellenverzeichnis

Ausgewählte Branchenberichte, News-Artikel und Herstellerstatements, die die RAM-Knappheit 2025/2026 beleuchten:

  • ComputerBase – RAM-Preise explodieren: DDR4 und DDR5 erzielen bald höhere Margen als HBM
  • Heise – RAM prices continue to explode, manufacturers are hoarding
  • Digitec Galaxus – KI-Boom sorgt für Speicherknappheit und Preiserhöhungen
  • Tom’s Hardware – The RAM pricing crisis has only just started…
  • WCCFTech – Memory Shortages To Last Till At Least Q4 2027
  • ITReseller & ITMagazine – DDR4-Knappheit lässt PC-Preise steigen, DRAM-Preise explodieren
  • TrendForce, The Memory Guy, TechInsights, DigiTimes – Marktanalysen und Prognosen
  • Team Group, Micron, Samsung, SK Hynix – Herstellerkommentare aus Branchenmeldungen
  • BaCloud Blog, DropReference, Preispirat, Reddit r/pcmasterrace – ergänzende Marktbeobachtungen