Grafikkarten-Analyse 2025: Welche GPUs liefern in der Schweiz die beste Preis-Leistung?
RTX-5000 und RDNA-4 treffen 2025 auf echte Konkurrenz. Wir analysieren, welche GPUs bei Schweizer Strassenpreisen das beste FPS-pro-100-CHF-Verhältnis liefern.
Nach Krypto-Blase und Lieferketten-Chaos ist der Grafikkartenmarkt 2025 wieder da, wo er sein sollte: realistische Preise, viel Auswahl – und endlich echte Konkurrenz zwischen Nvidia und AMD. Gleichzeitig bringen RTX-5000 („Blackwell“) und RDNA-4 (RX-9000-Serie) neue Spitzenwerte bei FPS, Raytracing und Effizienz, aber längst nicht jede Karte lohnt sich für dein Budget.
In diesem Artikel schauen wir uns die aktuelle Preis-Leistung im Schweizer Markt an – mit Fokus auf Gaming in 1440p und 4K. Basis sind Benchmarks (4K Ultra, teils mit Raytracing) und typische Strassenpreise bei Schweizer Händlern.
Marktüberblick 2025: RTX 50 vs. RX 9000 – und warum Vorgänger noch spannend sind
Nvidias aktuelle Generation besteht aus der RTX-40-Serie („Ada Lovelace“) und den neuen RTX-50-Modellen auf Blackwell-Basis. An der Spitze steht die RTX 5090 mit rund 24 % mehr 4K-FPS als eine RTX 4090 – dafür aber auch mit einem Launchpreis um 2’500 CHF in der Schweiz. Für Enthusiasten ist das ein FPS-Fest, für die Preis-Leistung jedoch eher mau.
Spannender sind die mittleren Modelle: Die RTX 5070 und 5070 Ti liefern grob 40–60 FPS bei 4K Ultra und deutlich mehr in 1440p, und das bei Preisen um 500–700 CHF. Vor allem gegenüber den teuren RTX-40-Vorgängern (4070/4070 Ti) holen sie die Preis-Leistung wieder ins Lot.
AMD fährt zweigleisig: Die RX-7000-Serie (RDNA 3) mit Karten wie der RX 7800 XT oder 7900 XTX bleibt stark in klassischer Rasterleistung. RDNA 4 (RX 9000, z. B. RX 9070 XT) verbessert vor allem Raytracing und Effizienz, ohne die Preise aggressiv nach oben zu ziehen. Die 9070 XT liegt in vielen 4K-Raster-Benchmarks etwa gleichauf mit einer RTX 5070 Ti, kostet aber oft 10–20 % weniger.
Preis-Leistungs-Quickcheck: zentrale GPUs im Vergleich
Die folgende kompakte Tabelle fasst einige zentrale Modelle zusammen. FPS-Werte sind grobe Durchschnittswerte über aktuelle AAA-Games bei hohen Details (meist 4K Ultra, teils 1440p, wie angegeben). Preise sind typische Strassenpreise in der Schweiz (Stand November 2025).
Preis-Leistungs-Scatterplot
Hinweise: Für alle Karten wird die 4K-Raster-Performance dargestellt. Bei der RX 7800 XT wurde für den Vergleich die 4K-Basis verwendet (~40 FPS, ~7,3 FPS pro 100 CHF).
* gerundete Werte aus aktuellen Benchmark-Suiten, je nach Spiel können die Resultate abweichen.
** typische Strassenpreise bei CH-Händlern (Digitec, Brack, Toppreise-Vergleich), Stand November 2025.
High-End ab 1’500 CHF: maximale FPS, mittelmässige Preis-Leistung
In der absoluten Oberklasse bleibt Nvidia klar dominant. Eine RTX 5090 legt in 4K grob 24 % auf die RTX 4090 drauf, kostet aber auch ~25 % mehr. Unterm Strich ist die Preis-Leistung also fast identisch – du bezahlst primär dafür, die schnellste Karte am Markt zu besitzen.
AMD spielt dieses Spiel bewusst nicht mit: Eine RX 7900 XTX zielt auf das 4080-Segment und liefert bei 4K Raster praktisch identische FPS, aber bei tieferem Preis und mehr VRAM (24 GB statt 16 GB). Bei Raytracing liegt Nvidia allerdings weiterhin vorne, vor allem in Kombination mit DLSS 3.x und Frame Generation. Wer Cyberpunk 2077 mit RT Overdrive & Co. auf 4K spielen will, fährt mit den teuren RTX-Karten objektiv besser – aber eben nicht günstiger.
Sweetspot 450–800 CHF: 1440p/4K ohne Budget-Kollaps
Für die meisten Gamer ist der Bereich 450–800 CHF interessanter als die Halo-Modelle. Hier konkurrieren vor allem RTX 5070 / 5070 Ti und AMDs RX 9070 XT bzw. RX 7900 XT / 7800 XT.
- RTX 5070: Liefert grob RTX-4080-Niveau relativiert auf die Auflösung (etwa 70 % deren 4K-Leistung) zu weniger als der Hälfte des Preises. Wer von einer RTX 2070 oder GTX 1080 Ti kommt, verdoppelt die Performance praktisch und bekommt moderne Features (DLSS, Reflex, AV1).
- RTX 5070 Ti: Rund 24 % schneller als eine RTX 4070 Ti – bei tieferem Listenpreis. Für 1440p mit hohen FPS und stabilem 4K-Gaming ist sie ein sehr runder Kompromiss, allerdings immer noch mit Nvidia-Aufpreis.
- RX 9070 XT: AMDs neues RDNA-4-Arbeitstier. In Rasterleistung praktisch gleichauf mit der RTX 5070 Ti, aber meist 100–150 CHF günstiger. Raytracing ist deutlich besser als bei RDNA 3, kommt aber nicht in jeder Situation an Nvidias Level heran.
- RX 7800 XT: Bleibt der Preis-Leistungs-Klassiker in 1440p. Sie ist nur etwa 5–10 % schneller als eine alte RX 6800 XT, wurde aber deutlich günstiger eingeführt – und wird 2025 häufig im Sale gesehen. Wenn du kein Hardcore-Raytracing nutzt, ist sie eine der vernünftigsten Karten am Markt.
Aus Preis-Leistungs-Sicht zeichnen sich hier zwei Lager ab: AMD verkauft mehr FPS pro Franken, Nvidia mehr Features pro Franken (DLSS, teils bessere RT-FPS). Du musst entscheiden, was dir wichtiger ist.
Raytracing, Upscaling & VRAM: worauf es wirklich ankommt
Die Benchmark-Tabellen erzählen nur die halbe Wahrheit. Drei Faktoren sind 2025 besonders wichtig:
1. Raytracing und Upscaling
Wer viel Wert auf Raytracing legt, landet fast automatisch bei Nvidia. Schon eine RTX 4070 schlägt in vielen RT-Titeln eine RX 7900 XT, wenn DLSS Quality oder Frame Generation genutzt wird. AMD hat mit RDNA 4 deutlich aufgeholt, aber der Vorsprung bleibt insbesondere im High-End bestehen.
2. VRAM als Zukunftsfaktor
Mehrere aktuelle Games demonstrieren, wie schmerzhaft 8 GB VRAM in 1440p/4K werden können. Die RTX 4060 Ti 8 GB ist ein gutes Beispiel: In 4K brechen die FPS regelrecht ein, während eine 16-GB-Variante deutlich stabiler bleibt. AMD war hier oft großzügiger – 16 GB bereits in der Mittelklasse (7700 XT/7800 XT, 9070 XT). Für 4K-Texturen und zukünftige Titel ist das ein handfester Vorteil.
3. Gebrauchtmarkt vs. Neugeräte
Ein oft unterschätzter Preis-Leistungs-Hebel sind ältere High-End-Karten aus zweiter Hand. Eine RTX 3080 oder RX 6800 XT liefern immer noch ~60 FPS in 4K-Raster und tauchen gelegentlich für 300–400 CHF auf. Wenn du auf aktuelle RT-Features verzichten kannst, ist der FPS-pro-Franken-Wert hier teilweise höher als bei neuen Midrange-Modellen – allerdings mit üblichen Gebraucht-Risiken (Garantie, Zustand, Effizienz).
Konkrete Kaufempfehlungen nach Budget
- Bis ~350 CHF (Full HD / leichter 1440p-Einstieg):
Neue Karten in diesem Bereich sind eher sparsam dimensioniert. Wenn möglich, eine gut erhaltene RX 6800 oder RTX 3060 Ti gebraucht ins Auge fassen. Neu lohnt sich eher eine RTX 4060 oder RX 7600, aber nur für 1080p-Gaming mit angepassten Settings. - 400–600 CHF (1440p-Sweetspot):
AMD: RX 7800 XT oder RX 7700 XT, je nach Angebot.
Nvidia: RTX 4070, falls der Preis in Richtung 550 CHF fällt. Beste Wahl, wenn RT + DLSS Priorität haben; ansonsten hat AMD die bessere Preis-Leistung. - 600–800 CHF (1440p Ultra, 4K-fähig):
AMD: RX 9070 XT oder reduzierte RX 7900 XT – viel FPS und VRAM fürs Geld.
Nvidia: RTX 5070 Ti, wenn du Raytracing voll ausreizen willst und etwas mehr bezahlen kannst. - Über 1’000 CHF (4K High-Refresh & RT-Luxus):
Wenn Geld keine Rolle spielt: RTX 4090 oder 5090, je nach Angebot und Verfügbarkeit. Preis-Leistung ist hier objektiv schlechter – dafür bekommst du aktuell konkurrenzlose 4K-FPS mit allen Reglern rechts.
Fazit: 2025 ist das Jahr der vernünftigen GPU-Upgrades
Nach Jahren überzogener Preise ist die GPU-Preis-Leistung 2025 endlich wieder auf einem halbwegs gesunden Niveau. Die eigentliche Musik spielt dabei nicht im 2’500-CHF-Segment, sondern bei 400–800 CHF: Hier liefern AMDs RX 7800 XT, 7700 XT und 9070 XT sowie Nvidias RTX 5070 / 5070 Ti das beste Verhältnis aus FPS, Features und Zukunftssicherheit.
Wenn du vor allem klassische Raster-Games spielst und Wert auf viel VRAM legst, führt kaum ein Weg an AMD vorbei. Bist du hingegen RT-Enthusiast, nutzt DLSS und möchtest „einfach alles anschalten“, rechtfertigt Nvidias Ökosystem den Aufpreis. In beiden Fällen gilt: Nicht jedes neue Modell ist automatisch ein gutes Upgrade – aber mit einem Blick auf Preis vs. FPS kannst du 2025 wieder guten Gewissens aufrüsten.